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21.12.2009 | Nachrichten Navigator

Zieht Euch warm an!

Finanztest überprüfte die Finanzberatung bei Banken. Ministerin Aigner findet die Ergebnisse „beschämend“ und drängt auf Verbesserungen. Die Branche der Finanzdienstleister wird 2010 ein herausforderndes Jahr haben.

Eigentlich wäre es so kurz vor Weihnachten einmal schön gewesen, nicht immer über die schlechte Qualität der Finanzberatung zu reden. Doch nichts da. In der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ berichtet die Stiftung Warentest, dass in der Untersuchung zur Qualität der Bankberatung von 21 Instituten keines mit „gut“ bewertet wurde. Entrüstet reagiert Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner: „Viele Institute haben aus der Finanzmarktkrise offenbar nichts gelernt. Die Finanzdienstleister müssen sich im Klaren sein, was sie aufs Spiel setzen. Es ist ja leider nicht so, dass es bei den einzelnen Testergebnissen eine große Spannbreite gibt. Im Gegenteil, die beste Note ist 3,4. Die Feststellung, dass auch die Selbstkontrollmechanismen der Banken nicht funktionieren, ist besorgniserregend.“ Aigners Groll auf die Bankberater wird auch Auswirkungen auf die freien Vermittler haben. Anlässlich eines Fachgespräches zwischen dem Bundesverbraucherministerium und der Finanzbranche am 18. Dezember machte Aigner die wesentlichen Ziele der „Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen“ deutlich. „Die Transparenz von Finanzprodukten muss verbessert werden. Verbraucher müssen erkennen können, was sich hinter einem Produkt verbirgt und welche Chancen und Risiken es beinhaltet. In großen Prospekten steht oft so viel drin, dass der Kunde den Überblick verliert.“ Deshalb macht sich die Ministerin für das bereits vorgestellte Produktinformationsblatt (PIB) stark. Dieses PIB soll Standard werden. Ein Beispiel-PIB für Aktienfonds finden Sie hier.

 

Qualifikationsanforderungen werden steigen

Das Verbraucherschutzministerium will die Honorarberatung weiter vorantreiben und per gesetzlicher Definition das Berufsbild des „Honorarberaters“ schaffen. Eine Provision oder Vergütung ist in Augen der Ministerin nichts Verwerfliches, doch sie darf nicht das Hauptmotiv für eine bestimmte Empfehlung sein. Auch in punkto Mindestqualifikation sind Verbesserungen unerlässlich. „Wenn ich mich beraten lasse, dann muss ich mich darauf verlassen können, dass das Wissen des Beraters über das hinausgeht, was ich mir selbst angelesen habe“, so Aigner. Die Vermittlung von Investmentfonds und geschlossenen Fonds wird definitiv auf neue gesetzliche Grundlagen gestellt. Diese Grundlagen werden sich voraussichtlich an die bereits im Versicherungsbereich umgesetzte Regulierung orientieren.

Praxistipp:

-       Kunden werden die Unterschiede zwischen Bankberatern und freien
        Vermittlern nicht hinreichend erkennen und alles in einem Topf werfen.
        Distanzieren Sie sich deutlich von Bankangestellten! 

-       Schaffen Sie Vertrauen, indem Sie sehr wahrscheinlich kommende neue
        gesetzliche Regelungen schon jetzt in Ihren Beratungen berücksichtigen. 

 

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Autoren auf Vertriebsnachrichten. Finanzberater, Coaches, Trainer und interessante Menschen.