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15.03.2011 | Nachrichten Navigator

Urteile | Offenlegung und Berechnung

Gleich zwei wichtige Urteile für die tägliche Praxis der Finanzdienstleister sind in den letzten Tagen verabschiedet worden. Ein Urteil basiert dabei auf dem Einsatz des logischen Menschenverstandes, das andere ist ein Aufruf zu größter Sorgfältigkeit bei der Überprüfung von Renditeberechnungen.

Nummer Eins

Während Bankberater prinzipiell ihre Provisionen ungefragt offen legen müssen, ist dies bei freien Anlageberatern nicht der Fall.
Das entschied der Bundesgerichtshof unter Berufung auf die Offensichtlichkeit bei einer freien Beratung.
Da eine Beratung von einem Finanzdienstleister ohne Bezahlung stattfindet, ist es, laut Urteil, logisch, dass der Berater in der Folge Provisionen erhält.
Das neue Urteil stützt eine bereits im Jahr 2010 verfasste und bestehende, gerichtliche Einschätzung. Bei dieser handelte es sich um eine Anklage eines freien Finanzberaters, der dem klagenden Klienten einen Fonds empfohlen hatte, welcher sich als Flop entpuppte. Der Kunde verklagte daraufhin den freien Berater auf Schadenersatz, da dieser die erhaltenen Provisionen verschwiegen hatte. Während ein Oberlandesgericht dem Kläger zunächst noch Recht zugesprochen hatte, kam der Bundesgerichtshof zu einem anderen Urteil: Ist die Beratung eines freien Vermittlers unentgeltlich und sind die Provisionen im Prospekt ausgewiesen, so ist die Aufdeckung der Provisionen des Vermittlers nicht verpflichtend. Der BGH zieht mit seinem nunmehr neuerlich bestätigten Urteil eine klare Grenzlinie zwischen der Beratung eines Bankangestellten und eines freien Vermittlers.

Aber Obacht: Bei einem Kickback bzw. einer Provision von 15 Prozent oder mehr muss diese Vergütung auch von freien Anlageberatern, laut einem BGH-Urteil aus dem Jahre 2009, dem Kunden offengelegt werden. 

Nummer Zwei

Bei einer offensichtlich falsch berechneten Renditeprognose für die Anleger sind nach einem ebenfalls frischen Urteil des BGHs, die Vermittler haftbar. Sollte ein Anlagevermittler bei der Renditeberechnung einer Fondsgesellschaft nicht auf erkennbare Fehler hinweisen, kann der Berater auf Schadenersatz verklagt werden.  Eine Überprüfung der Berechnungen verschiedener Produktanbieter muss ein beratender Vermittler im Sinne der Kunden somit grundsätzlich leisten.

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