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10.03.2009 | Life Guide | Sein & Haben

Treffsicher auftreten!

Interview mit Herrn Dirk Pfister, Inhaber des Trainings- und Beratungsunternehmens “Treffsicher kleiden” .

VN: Sehr geehrter Herr Pfister,  Sie sind seit  1998 Inhaber des Trainings- und Beratungsunternehmens "Treffsicher kleiden". Als Betriebswirt (Personal-/Ausbildungswesen) und lizenzierter Image- und Typberater haben Sie zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik beraten.
Herr Pfister, was bedeutet “treffsicheres Kleiden” für Verkäuferpersönlichkeiten der Finanz- und Versicherungsbranche?
D. Pfister: Treffsicheres Kleiden ist die Anwendung von Kleidung und äußerer Erscheinung als echtes Kommunikationsmittel ,d.h. sie kann ebenfalls so angewendet werden, wie wir es völlig selbstverständlich täglich mit der Körper- und verbalen Sprache machen.

VN: Worauf sollten Menschen besonders achten, die fast täglich neuen Kunden und im Vorfeld schwer einschätzbaren Verkaufssituationen begegnen?
D. Pfister: Die Informationsbeschaffung über den  potentiellen Kunden ist eine Holschuld des Verkäufers; schwer einschätzbar heißt daher keinesfalls gar nicht einschätzbar, weshalb Freunde, Bekannte, das Internet, Pressebilder, selbst das Haus, das Auto oder sonstiges geben Hinweise auf Qualitätsbewusstsein u.ä. auf was schon im Vorfeld nutzbar ist. Halten Sie als  Verkäufer sich viele Türen offen z.B. in dem Sie mehrere Sakkos im Büro bereit halten, im Sommer langärmlige Hemden tragen, die man hochkrempeln kann oder nicht im Gegensatz zu dem Kurzarmhemd, das eine Sackgasse darstellt.
 
VN: Gibt es ein Universalrezept einer “treffsicheren Bekleidung” für Jedermann?

D. Pfister: Für einen Profianwender kann es das nicht geben denn treffsicheres Kleiden ist nicht nur von mindestens zwei Personen, sondern auch von deren momentanen Verhältnis abhängig. Kennen sich die beiden Persönlichkeiten und ihre eigene Erwartungshaltung an den anderen? Wo ist man gerade in den Verhandlungen? Treffen wir uns zum Abschluss oder um diesen zu feiern, oder sind wir noch am Beginn und lernen uns gerade kennen? Nein, ein Universalrezept bleibt die Idee eines Anfängers.

VN: Sie sind seit Jahren auf vielen Messen der Finanz- und Versicherungsbranche vertreten. Was ist der typische fauxpas, den Sie immer wieder speziell bei Finanzdienstleistern erleben?
D. Pfister: Vielen Verkäufern sieht man an ihrem Äußeren an, dass sie sich selbst am wichtigsten nehmen. Kein Kunde möchte einen augenscheinlich egozentrierten Dienstleister. Kleidersprache ist ein Teil unserer täglichen Kommunikation und so ist jedes Auf-und-zu-Knöpfen ein Signal, zeige ich z.B. mehr oder weniger von meinem Hemd, wirke ich offener oder verschlossener.

VN: Welchen Praxistipp für sicheres Auftreten, Kompetenz und Wohlgefühl können Sie diesen Verkäuferpersönlichkeiten mit auf den Weg geben?
D. Pfister: Eine gut entwickelte Beobachtungsgabe sich selbst und dem anderen gegenüber, das Schulen der eigenen Empathie, sind die Mittel die wie Katalysatoren wirken für die Kommunikation.

VN: Gerade Verkäuferpersönlichkeiten legen oft Wert auf ein angemessenes Verhältnis von Qualität und Preis. Wie viel muss round about für ein Outfit investiert werden, das für die tägliche Verkaufspraxis taugt?
D. Pfister: Das kommt darauf an, in welchem Kundensegment Sie arbeiten und arbeiten möchten. Wer nur Haushalte mit niedrigem Einkommen betreut, kann mit 1500,- Euro die Ausstattung für eine Woche anschaffen. Sollten Sie hingegen Großverdiener mit hohem gesellschaftlichem Anspruch betreuen, reicht die gleiche Summe nur knapp für ein Tagesoutfit, wenn überhaupt.

VN: Thema Maßanzug versus Konfektionsware: inwiefern gibt es einen signifikanten Einfluss auf die “treffsichere Bekleidung”?
D. Pfister: Hierauf kann ich nur kurz in „Nach-Denksätzen“ antworten. Konfektionsanzüge sind selten in Deutschland produzierte Ware, und daher eine Aussage auch zum Standort Deutschland. Stangenware sieht nur dann nicht gleich erkennbar als solche aus, wenn sie perfekt sitzt, das kann diese selten, außer man hat ein gutes Auge und einen sehr guten Änderungsschneider.

VN: Seit geraumer Zeit wird Maßkonfektion zu dumping Preisen geboten: Maßhemden für 20,00 Euro, der dreiteiler ist für 150,00 Euro erhältlich. Ist von diesen Produkten generell abzuraten?
D. Pfister: Ja, wenn Sie auf Qualität Wert legen. Nein, wenn es darum geht endlich ein Maß-Teil zu besitzen. Jeder hat mal klein begonnen und gelernt, dass Qualität „auch“ eine Preisfrage ist.

VN: Letzte Frage: Wir haben vom “Gentleman Training” gehört, was hat es damit auf sich?
D. Pfister: Das Gentleman-Training ist momentan ein reines Unterhaltungsprogramm das Spaß an weltmännischen Themen vermittelt. Kleidung, Benehmen, Flirten, Schießen, eben alles was man an männlichen Themen gerne so aus dem Ärmel schütteln können möchte, die Figur von James Bond stand dabei Vorbild. Es ist daher nicht alles ernst gemeint jedoch durchaus brauchbar.

VN: Herr Pfister, wir danken für das Gespräch!”

Das Interview führte Marcus Hövermann

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