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11.09.2012 | Nachrichten Navigator

Trauerspiel Beratergeschäft | Es lohnt sich nicht !?!

Mifid II, Uctis, VerrmAnlG, hä? Ogaw? Was in den Ohren braver Anleger wie animalische Brunftlaute klingen mag, ist seit spätestens 2007 mit der MiFid Richtlinie nicht unwesentlicher Bestandteil des beruflichen Tagesgeschäfts geworden. Was für die einen administratives Ärgernis war, ist für den Gesetzgeber ein Wink in die richtige Richtung –natürlich im Zeichen des Verbraucherschutzes. Wie dem auch sei, mit dem Vorstoß, respektive Entwurf des Michael Barnier aus dem Jahr 2011 wird nicht nur das ohnehin schon arg gebeutelte Vertrauen von Anlegern in die lauteren Absichten der hiesigen Finanzdienstleistungsbranche sinken, das Beratergeschäft wird schwieriger. Man stelle sich die Verkaufspraxis vor, die entsprechend der Direktive von Mifid II vorsieht, den Endkunden bereits vor Beginn des Erstgesprächs zunächst einmal zu belehren, dass man abhängiger Berater sei und Provisionen kassiere oder gar unabhängige Beratungsleistung biete, deren Beratungsqualität man ja dadurch absichere, dass man diverse Produkte diverser Emittenten fortlaufend und ständig analysiere.

Wer die Mär vom allwissenden Finanzberater glauben möchte, sollte sich die Frage stellen, in welcher Höhe eine Vergütung für jenen perfekt informierten, unabhängigen Finanzdienstleister wohl angemessen wäre, der ja vor dem Hintergrund hohen Konkurrenzdruckes und einer gigantischen Erwartungshaltung auf Kundenseite genötigt ist, ganz nebenher seiner immensen administrativen und dokumentarischen Verpflichtungen, dem Kunden eine exzellente Servicequalität und möglichst omnipräsente Verfügbarkeit bei Fragen und Problemen zu garantieren.

Fakultativ für abhängige wie unabhängige Berater ist es vor diesem Hintergrund indes, über alle Ereignisse in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik informiert zu sein, um einerseits die richtigen Argumente für die vorgeschlagenen (und dokumentierten) Produktangebote mitsamt Chancen und Risiken entsprechend des kundenspezifischen Anlageverhaltens, respektive seiner Wünsche und Ziele parat zu haben, anderseits seine eigene Geschäftstätigkeit, durch Kompetenz, Glaubwürdigkeit abzusichern und für die Empfehlungsnahme wirksam zu verwerten. Eigenmarketing, Steuererklärung, fachliche Weiterbildung, oder gar Freizeit? Geschenkt, das schaffen die Profis doch im Schlaf, oder dann, wenn dafür Zeit ist: Zum Beispiel nach dem Burnout oder Herzinfarkt. 

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