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09.05.2011 | Nachrichten Navigator

The KIID | Risiko im Visier: Zu schnell gezogen?

Wie vielen bereits bekannt, wird ab dem ersten Juli dieses Jahres die EU-Richtlinie für Fondsanbieter in Deutschland umgesetzt werden. Das unter dem Kürzel KIID ("Key Investor Information Document") Produktinformationsblatt baut somit eine Brücke zwischen der sowieso angestrebten Verbesserung des Verbraucherschutzes und dem von der EU verabschiedeten Neuerung.

Auf einem Unfang von maximal drei Seiten werden bei KIID inhaltliche, grafische und schematische Darstellungen von Risiken, Entwicklungen und Perspektiven des betreffenden Produkts aufgezeigt. Jenes höchstwahrscheinlich ab dem Jahr 2012 europaweit standardisierte KIID soll die Möglichkeit eines einfachen und eindeutigen Vergleichs verschiedener Produkte für sowohl Verbraucher als auch für Berater möglich machen.

Unter den von der europäischen Wertpapieraufsicht festgelegten Kriterien finden sich auf dem KIID neben "Praktischen Informationen", vor allem Angaben zu Wertentwicklung, Ziel, Kosten und (und vor allem) zu der Risikoeinschätzung des jeweiligen Produkts.

Auf einem Punktbarometer wird das Risikopotential eines Produkts gemessen und angegeben (also von "niedrig" bis "hoch"), was diverse Produkte somit natürlich vergleichbar macht - aber sowohl für Berater, als auch Verbraucher könnte sich gerade diese Einschätzung, die sich im Regelfall auf einen Beobachtungszeitraum von fünf Jahren des jeweiligen Produkts stützt, als gefährliche Falltür erweisen.

Aufgrund erheblicher, plötzlicher Marktschwankungen in turbulenten politischen und ökonomischen Zeiten, kann sich ein auf der Risikoskalierung als "gering" eingestuftes Produkt in kürzester Zeit als Hochrisikoanlage entpuppen. Die Folgen unbekannt, ein Schadensfalle auf jeden Fall ein Desaster für Berater und Kunde - zumal letzterer erfahrungsgemäß den "schwarzen Peter" etwaiger Fehlentscheidungen dem Berater zuschiebt. 

Damit aus den - für Verbraucher und Berater - vermeintlichen good news, ob der Transparenz und der Einfachheit aus der Einführung des KIID, keine bad news werden, bleibt also das Vertrauen in die individuelle, kompetente, markt- und zeitnahe Einschätzung eines versierten Finanzdienstleisters von immerwährender und gleich bleibender Wichtigkeit. Einfach mal zwei bis drei Seiten miteinander zu vergleichen und daraufhin einen vermeintlich sicheren Rückschluss auf die beste Investitionsentscheidung zu ziehen, kann für den Verbraucher ansonsten ein Schnell- und somit Fehlschuss werden.

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