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12.05.2015 | Vertriebstipp der Woche

Praxistipp Nr.287 | Perfektionismus – Ihre individuelle Erfolgs-Blockade

Es gibt so viele Ausreden, die einem immer weismachen, warum man nicht das tun kann, was man tun sollte, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Es gibt so viele Fußfesseln, die auf dem Weg zum Ziel das Schneckentempo vorgeben. Doch heute widme ich mich einem ganz besonderen Blockierer: dem Perfektionismus.

Alles immer perfekt machen zu wollen – klingt doch erst einmal toll, oder? Perfektionisten, das sind erfolgreiche Künstler und Musiker, prominente Fußballtrainer und Star-Unternehmer, die uns von den Titelseiten der Hochglanzmagazine anlächeln. Menschen, die keine Kompromisse eingehen, ihr Ding machen und sich immer nur mit dem optimalen Ergebnis zufrieden geben.

WOW!

Nehmen Sie sich diese Menschen zum Vorbild – und Sie treten auf der Stelle!
Meine These: Wären die genannten Star-Unternehmer wirklich Perfektionisten, so wären sie nie so erfolgreich geworden, wie sie es sind. Denn wenn jedes Detail der eigenen Arbeit stets perfekt zu sein hat, so kommen wir vom Hundertstel ins Tausendstel, feilen so unendlich lange an unserer Gesprächstechnik, Präsentation, Fachwissen, Anschreiben, an den Unternehmenszahlen etc. bis irgendwann die Konkurrenz die Aufträge eingesammelt hat, während wir noch akribisch an jedem Detail arbeiten. Erfolgreiche Menschen sind nicht von vornherein perfekt, sie zeichnen sich durch Tatendrang aus und entwickeln ihren Perfektionismus mit der Methode „learning by doing“.

Außerdem ist ein alles durchdringender Perfektionismus einfach nur nutzlos: Ihre Kunden haben nicht den Anspruch, dass Sie perfekt sind!

Und dann steht da noch eine Frage im Raum: Sind Perfektionisten denn wirklich immer Perfektionisten? In Wahrheit, so habe ich den Eindruck, wird Perfektionismus von vielen Menschen nur vorgeschoben, um unliebsame Aufgaben vor sich herzuschieben. Getreu dem Motto: Das Eine mache ich perfekt, das Andere gar nicht. Doch ob diese Vorgehensweise zu „perfekten“ Unternehmensergebnissen führt? Um Ziele zu erreichen, muss man nicht perfekt sein, man muss MACHEN!

Meine Tipps für einen gesunden und produktiven „Perfektionismus“:

1. Ziele definieren
Sie wollen das große Ganze erreichen – nicht einen Einzelaufgabe perfekt erledigen. Also müssen Sie das große Ganze definieren. Schriftlich! Messbar! Denken Sie immer daran: Zwanghafter Perfektionismus ist Ihre Fußfessel, die Sie von großen Taten abhält!

2. Nachbessern ist erlaubt
Fragen im Nachhinein beantworten, Unterlagen nachreichen etc. – nicht perfekt, aber völlig alltäglich! Legen Sie einfach los! Eventuelle Probleme können Sie auch anschließend noch lösen, indem Sie nachbessern bzw. nachjustieren. Kein Mensch nimmt Ihnen das übel.

3. Keine Vergleiche mit anderen
Sie müssen nicht besser sein als andere. Sie müssen Sie selbst sein – mit all Ihren Fähigkeiten und Charakterzügen, die andere Menschen so sehr an Ihnen schätzen. Und denken Sie daran: Manchmal schätzen wir Menschen sogar dafür, was sie nicht können!

4. Weniger ist mehr
Ein kleines Gedankenspiel: Wenn Sie bei einzelnen Aufgaben WENIGER Perfektionismus an den Tag legen, wenn Sie sich nicht hinter Aufgaben verstecken und Unliebsames nicht vor sich herschieben, so erreichen Sie unterm Strich MEHR! Ist das nicht der wahre, der bessere Perfektionismus?

5. Fehler bringen Sie weiter
… sofern Sie sie nur ein Mal begehen! Scheuen Sie sich nicht, Fehler zu machen. Jeder begangene Fehler ist ein kleines Erfahrungs-Juwel, das Sie besser macht. Je mehr Juwelen Sie sammeln, desto „perfekter“ werden Sie und wird Ihre Arbeit. Aber diese Juwelen gibt’s nur in der Praxis und nicht in der Theorie – Sie müssen loslegen!

Und übrigens: Kolumbus dachte, er würde nach Indien segeln. Wie perfekt war das denn? Eine historische Tat, entsprungen aus einem Fehler! Selbst dieser berühmte Entdecker war nicht perfekt. Groß machte ihn sein Tatendrang – MACHEN Sie es ihm nach!

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Autoren auf Vertriebsnachrichten. Finanzberater, Coaches, Trainer und interessante Menschen.