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21.10.2014 | News spezial

Mobile Payment eröffnet Handwerk und Handel ein beachtliches Umsatzpotential

Das Bezahlen per Handy und damit das sogenannte "Mobile Payment" findet hierzulande immer mehr Befürworter. Diese finden sich sowohl in den Reihen der Kunden wie auch der Händler. Beiden Parteien steht mittlerweile eine große Auswahl an Bezahloptionen zur Verfügung. Erfahren Sie, welche Online-Bezahlsysteme unterschieden werden und worin die Vorteile für Handel und Kundschaft liegen.

Bargeldloses Bezahlen befindet sich auf dem Vormarsch

Kunden profitieren von Mobile Payment dadurch, dass sie nicht länger Kleingeld suchen oder einen großen Wust an verschiedenen Karten mit jeweils eigenem PIN mit sich führen müssen. Im Rahmen dieses Bezahlverfahrens genügt es für den bargeldlosen Zahlungsverkehr vollkommen aus, wenn Sie das eigene Smartphone dabei haben. Demnach können Sie etwa ihre Lebensmittel im nächsten Supermarkt ohne Geldbeutel einkaufen gehen. Attraktiv ist diese Bezahloption jedoch auch für den Handel selbst, wo sich Mobile Payment Experten zufolge in den kommenden Jahren als Wettbewerbsvorteil entpuppen wird. Händler, welche derartige Bezahloptionen anbieten, werden von rund 61% der Konsumenten als besonders innovativ angesehen, während gut die Hälfte der Befragten diese Lösung als äußerst kundefreundlich erachtet. Sofern diese Form der Bezahlung überall auf dieselbe Art und Weise funktionieren und sich als bequem erweisen würde, könnte sich die Hälfte der befragten Verbraucher dessen Nutzung vorstellen. Ferner sind für Unternehmen Einsparungen bei den Prozesskosten zu erwarten, zumal etwa deutlich weniger Personal an der Ladenkasse vorgehalten werden braucht. Ein Verzicht auf das Angebot dieser Zahlungsoption birgt hingegen ein Umsatzverlustrisiko, da potentielles Mehrgeschäft und Neukunden ausgeschlossen werden würden. Sinnvoll erweisen sich solche Bezahloptionen gerade auch für Multi-Channel-Anbieter, denen so ein weiteres Tool zur besseren Vernetzung der Online- und Offline-Kanäle zur Verfügung steht.

Die wichtigsten Online-Bezahldienste im Überblick

 

PayPal

Hierbei handelt es sich um das offizielle Bezahlsystem von ebay und das weltweit am häufigsten genutzte Verfahren im Rahmen des Online-Einkaufs. Über die Seite des Anbieters können Händler ein kostenloses Konto anlegen und in ihrem Shop-System persönliche Zugangsdaten einfügen. Gebühren fallen ausschließlich für Transaktionen an und zwar in Höhe von 35 Cent je Transaktion. Hinzu kommt ein Prozentsatz zwischen 1,9 und 5,2%, dessen genaue Höhe von der Herkunft der Zahlung abhängig ist. Gesondert geregelt sind Kleinstbeträge. Verbraucher benötigen hingegen ein kostenfreies Käuferkonto, wo sie Kreditkartendaten oder Bankverbindung hinterlegen können. Die Bezahlung wird durch einen Klick auf den entsprechenden Link oder auf den PayPal-Button ausgelöst. Dort melden Sie sich als Kunde mit einem selbst bestimmten Kennwort an und bestätigen den Kaufbetrag. Für Konsumenten ist das Senden von Geld an andere PayPal-Konten ebenso gebührenfrei, wie der gesamte Bezahlvorgang. Gebühren werden lediglich dann berechnet, wenn Geldanweisungen in Fremdwährung erfolgen. Endverbraucher profitieren bei Nichtlieferung durch den Händler zudem vom Käuferschutz. Wird der Vorfall der sogenannten Treuhand-Bank gemeldet, tritt dieser als Schlichter zwischen Konsumenten und Händler auf. Kritiker erachten dieses Bezahlsystem allerdings als anfällig gegenüber Phishing-Angriffen.

ClickandBuy

Diese Bezahloption, die von der Telekom angeboten wird, funktioniert ähnlich wie PayPal. Nach einer kostenfreien und einmaligen Registrierung, gibt der Kunde für das Bezahlen auf diversen Online-Shops Passwort und Benutzername ein. Gebühren werden nicht berechnet, und die zu zahlenden Beträge werden über Vorauskasse, per Rechnung, Lastschrift, hinterlegter Kreditkarte oder andere Verfahren beglichen. Eigenen Angaben zufolge, bietet ClickandBuy unter allen Online-Bezahldiensten die größte Auswahl an Abrechnungsmöglichkeiten. Die TÜV-zertifizierte Bezahloption bieten ebenfalls einen Käuferschutz an. Sollten im Zusammenhang mit dem Einkauf Probleme auftreten, können sich Kunden per Kontaktformular an den Bezahldienst wenden, der daraufhin weitere Schritte einleitet. Für das Bezahlen unterwegs bietet ClickandBuy mobile Apps an.

Paysafecard

Bei der Paysafecard handelt sich um ein Prepaid-System, wie es auch von Mobilfunkunternehmen angeboten wird. Erworben werden kann diese Karte an Tankstellen und Handykarten-Automaten. Diese gibt es im Wert von 5, 10, 25, 50 und 100 Euro. Für das Einlösen der Karte wird ein Code benötigt, der entweder in Form einer Quittung offen dasteht oder als Rubbelfeld offengelegt werden muss. Der Code wird auf der Internetseite des Online-Shops eingegeben - schon ist die Bezahlung erledigt. Positiv ist, dass der Kontostand der Paysafecard jederzeit online abgefragt werden kann und das Guthaben zudem nicht verfällt. Als anonymes Zahlungsmittel fördert die Paysafecard allerdings auch den Missbrauch.

Giropay

Dieses Online-Bezahlsystem wird von der Postbank, den Volksbanken, den Sparkassen sowie einigen anderen Kreditinstituten angeboten. Für den Einkauf genügt es, an der Kassen die Zahlungsart Giropay auszuwählen. Nach Eingabe der Bankleitzahl der eigenen Bank findet die Weiterleitung auf der Homepage der Bank statt. Nachdem die Anmeldung mit den persönlichen Online-Banking-Zugangsdaten erfolgt ist, kann der Betrag anhand eines schon vorausgefüllten Überweisungsformulars beglichen werden.

Sofortüberweisung.de

Das Prinzip hierbei ist mit Giropay nahezu identisch. Die Autorisierung einer Überweisung kann der Verbraucher durch Anmeldung mittels seiner Online-Banking-Daten vornehmen. Allerdings werden die Anmeldedaten statt auf der Webseite einer Bank auf der Homepage von Sofortüberweisung.de eingegeben. Kosten entstehen dem Käufer nicht. Der Händler erhält im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Überweisung sofort eine Zahlungsbestätigung.

Lexware Pay

Erstmals bietet das Unternehmen der Haufe Gruppe seinen Kunden in Kooperation mit Wirecard eine bargeldlose, mobile Zahlungsabwicklung per EC-Karte an. Für die Akzeptanz von Debit- und Kreditkarten ist in Kürze eine Ausweitung um ein zusätzliches, vollumfängliches Kartenleseprodukt geplant. Zahlungen sind dann anhand eines iOS-fähigen Tablets oder Smartphones an jedem Ort und zu jeder Zeit möglich. Lexware pay ist speziell auf die Bedürfnisse von Handwerkern, Selbständigen und Kleinunternehmen zugeschnitten. Händler können hierbei zu sehr moderaten Gebühren und ohne Fixkosten abkassieren.

Weitere Anbieter

Darüber hinaus gibt es einige kleinere Anbieter, die ebenfalls das Bezahlen unter Einbeziehung eines mobilen Endgerätes ermöglichen. Aktiv in Deutschland sind etwa Streetpay, Sumup, Payeleven und iZettle. Diese fokussieren sich hierbei auf fünf unterschiedliche Mobile-Payment-Varianten, die hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit unterschiedlich gut abschneiden.

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