Der Autor

Weitere Artikel des Autors

Das Branchenbarometer 2017

Hin und weg | Würden Sie in die Ausschließlichkeit wechseln?

12.01.2015 | Life Guide | Sein & Haben

Klassische Kügelchen | Ein "Häufchen" Luxus

Wohl keine andere Delikatesse steht so sehr für Luxus, Dekadenz und High-Class wie der Kaviar. Die in unterschiedlichsten Farben oftmals auf der Messerspitze des Silbers oder auf einem speziellen Kaviarlöffel aus Perlmutt oder politisch unkorrektem Elfenbein kredenzten Kügelchen sind seit Jahrzehnten der Inbegriff des gehobenen Schlemmens. Einiges gibt es bei der Verköstigung von dem "Mett für Zaren und Aristokraten" aber zu beachten.

Zunächst eine kleine Richtigstellung: Den Kaviar auf der Messerspitze des Tafelsilbers zu versuchen ist eigentlich ein Fauxpas, da Metall und auch Silber den Geschmack und das Aroma der Stör-Rogen verfälschen kann. Wer es richtig machen möchte, sollte daher auf Löffelchen aus Horn oder Perlmutt zurückgreifen. Natürlich schaufelt man die kleinen, feinen Kügelchen dann auch nicht einfach in den Mund. Der wahre Kaviar-Kenner verteilt zunächst etwas Kaviar auf dem Handrücken (seinem/Ihrem eigenen - Anm. d. Red.) und riecht an der Delikatesse. Die Probe wird dann vom Handrücken abgeleckt, für wenige Sekunden auf den Zungen bewahrt und zart an dem Gaumen zerdrückt.

So unterschiedlich das Aussehen der Stör-Eier, so unterschiedlich auch ihre Herkunft. Leider haben die klassischen Erzeugerländer wie Russland, Iran, Aserbaidschan und Kasachstan mitunter aufgrund maßloser Überfischung und den damit verbundenen, florierenden Schwarzhandel mit dem "schwarzen Gold" den legalen Export wirklich exquisiten Kaviars in den letzten Jahren stark eingeschränkt - und die Preise haben dementsprechend nochmals stark angezogen. Wer dennoch nicht auf das exklusive Vergnügen des "Luxus-Häufchens" verzichten möchte, sollte sich bei der Beschaffung und Bestellung an folgende Herkunfts- und Geschmackslinien richten:

Unangefochten auf Platz Eins des Kaviars steht der Beluga-Kaviar. Die Eier des bis zu sechs Meter langen und bis zu 2.000 Kilo schweren Beluga-Störs (der aufgrund von Umweltverschmutzung und besagter Überfischung extrem gefährdet ist)  haben einen Durchmesser von ca. 3,5 Millimeter und besitzen eine dunkelgraue Farbe. Der Geschmack dieses Kaviars ist dabei hochkomplex und das Nonplusultra der klassischen Kaviarverköstigung.

Vor allem beim männlichen Geschlecht beliebt, ist der Stevruga. Das kräftige und würzige Aroma der kleinen, stahlgrauen Eier des Stevruga-Störs konnte schon so manches Zaren-Zepter-Geschmacksbarometer in Schwingungen versetzen.

Frauen bevorzugen hingegen oftmals den Rogen des Osiestra-Störs, der eine aparte, fein- nussige Aromavariante sein Markenzeichen nennen kann. Die Eier sind ebenfalls relativ klein (in etwa zwei Millimeter) und haben eine silbergraue bis bräunliche Färbung (oftmals mit einem "güldenen Schimmer"). Unter der Bezeichnung "Imperial", welches eine besondere, fein selektierte Variante dieser Sorte darstellt, kann dieser Osiestra-Kaviar es preislich auch gerne einmal mit dem Beluga aufnehmen.   

Last but (really) not least gehört auch noch der goldenen Kaviar, der "Almas" in unsere Liste der Kaviar Superlative. Vor einiger Zeit durfte nur der iranische Schah diese besondere Leckerei auf seinem Speisezettel verbuchen. Die Eier für den "Alma"-Kaviar stammen von Ablino-Beluga-Stören die mindestens sechzig bis achtzig Jahre alt sind. Die Seltenheit erklärt daher auch seinen nicht ganz unerheblichen Preis. Der Kaviar ist sehr hell und besitzt ein außergewöhnlich zartes und cremiges Aroma.

Und sonst? Nicht umsonst!


Es stört (sic!) Sie doch bestimmt nicht, wenn wir auch noch ganz kurz über den Preis sprechen: Um den durchschnittlichen Preis für die feine Delikatesse ein wenig einschätzen zu können, kommen wir wieder auf den Beluga zurück. Echter Beluga-Kaviar schlägt mit ungefähr 600 Euro pro 100 Gramm zu Buche. Wer seiner Liebsten ein fulminantes Essen mit Kaviar versprochen hat, sollte nicht weniger als 125 Gramm für zwei Personen einrechnen - alles andere ist das Gegenteil von Gut, nämlich höchstens gut gemeint. Traditionellerweise wird zu dem exklusiven Häppchen ein Glas Vodka gereicht, da dieser so gut wie keinen Eigengeschmack besitzt und das Aroma und den Geschmack des Kaviars so sehr gut zur Geltung kommen lässt. Bei Tisch werden zu Kaviar meist Blinis, gebutterter Toast oder auch Kartoffeln mit französischer Crème fraîche gereicht.
Nach dem Verköstigen eignen sich Champagner oder Chablis hervorragend, um den feinen Geschmack ein weiteres Mal hinunterzuspülen.
Ob diese Eier-Variationen für Sie zu Ostern das richtige darstellen... dass müssen Sie nun nur noch selbst entscheiden.

<- Zurück zu: Vertriebsnachrichten

Multimedia

Autoren auf Vertriebsnachrichten. Finanzberater, Coaches, Trainer und interessante Menschen.