17.09.2013 | Nachrichten Navigator

Jetzt noch schnell die Vermögensschaden-Haftpflicht anpassen | Bestehende VSH-Verträge weisen viele Lücken und Tücken auf

Für jeden Vermittler und Anlageberater ist eine Haftpflichtversicherung gegen Vermögensschäden (VSH) längst gesetzliche Pflicht. Der Vertrieb von Finanzprodukten und Kapitalanlagen ist neu reguliert. Also alles gut für Vermittler und Berater und ihr Geschäft? Mitnichten! Das berufliche Umfeld hat sich dermaßen schnell verändert, Haftungsrisiken haben massiv zugenommen, die Möglichkeiten des Verstoßes gegen neue Regeln sind eher mehr als weniger geworden, so dass Vermittler, Makler oder Berater viel stärker als bisher durch eine VSH abgesichert sein sollten. Zumindest sollten sie ihre  bestehenden VSH-Policen auf Aktualität von Bedingungen und versicherten Inhalten prüfen.

Es beginnt  schon bei der Schadensmeldung an sich. Oft herrscht Unkenntnis darüber, dass der Schaden in der Regel innerhalb einer Woche nach Kenntnis gemeldet werden muss. Doch wann genau hat ein Vermittler Kenntnis von einem Schaden? Nach einem ersten emotionalen Kundenanruf? Oder erst wenn dieser konkret ausformuliert vorliegt? Besser für die Vermittler ist es, wenn die Bedingung eine Meldepflicht vorsehen, nachdem ein schriftlich definierter Schadenersatzanspruch vorliegt.

Einer der größten Gefahrenbereiche rührt aus der fehlenden Übernahme der Nachhaftung für ältere Verträge, wenn der Berater zwischenzeitlich seine VSH-Versicherung gewechselt hat. Üblicherweise übernimmt die neue Versicherung nur etwaige Schäden, die während der Laufzeit des Vorvertrages entstanden sind. Eine Haftungsübernahme möglicher Fälle aus noch älteren Verträgen, vor allem in der Finanzdienstleistung, ist eine absolute Rarität – aber es gibt sie (vergl. Grafik). Optimal ist der Versicherungsschutz, wenn dieser auch noch anhält, wenn der Vermittler oder Berater seine Tätigkeit längst aufgegeben und seine VSH-Haftpflicht längst gekündigt hat. Eine grafische Animation der komplexen Materie findet sich auf der Internetseite der Conav http://conav.de/wp-content/uploads/2013/08/Animation-VSH-Nachhaftung-CONAV.pdf

Ein jüngeres aber bedeutendes Problemfeld, das in den VSH-Verträgen teilweise noch nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt ist, ist mittlerweile das Arbeiten in, über und mit dem Internet. Beispiele, woraus Haftungsrisiken entstehen können:

  • der Einsatz von Vergleichsprogrammen und Abwicklungen über Portale,
  • Werbung und Kundenakquisition online (Klagen wegen unlauteren Wettbewerbs?),
  • Versehentliche Verbreitung von schädlichen Viren. 

Nur gut gestaltete VSH-Policen formulieren dafür ausreichenden Deckungsschutz.

Und dann gibt es noch immer Relikte älterer VSH-Policen, die alles andere als zeitgemäß und nicht akzeptabel sind. Beispiele:

  • Die Verwandtschaftsklausel: Haftungsausschlüsse bei Vermittlungen im Verwandtenkreis. Als würde hier der Vermittler mit weniger Sorgfalt arbeiten.
  • Die Gebühreneinwurfklausel: Eine Art Selbstbeteiligung. Gezahlte Provisionen können zur Schadensbegleichung herangezogen werden.

Oder es fehlen wichtige Erweiterungen, die die Fortentwicklung des Geschäftes mit sich bringen. Stichworte sind aktuell die Umstellung auf Beratung gegen Honorar, aber auch das Arbeiten mit einem Korrespondenzmakler oder mit Urlaubsvertretungen. Solche Punkte sollten genauso optimal angepasst werden wie gelegentliche Tippgebertätigkeiten von Vermögensverwaltern oder Kooperationen mit einem Partner, der in der Sozialversicherungsbefreiung beratend tätig ist.

 

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