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02.02.2016 | News spezial

Interview | Coaching- Der Weg zu gezieltem, persönlichen Wachstum?

Wenn die Karriere stockt, im Team immer wieder die gleichen Probleme für Unruhe sorgen oder es mit der Work-Life-Balance nicht so richtig klappen will… Die Situationen sind ebenso vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen, die sich professionelle Hilfe suchen. Ob persönliches Einzel- oder umfassenderes Team-Coaching, ausgewählte Fragen helfen dabei, Ursachen zu ergründen, Schwächen zu erkennen und die eigenen Potenziale zu entfalten. Wir befragten Jürgen Heinrich, seit mehr als 20 Jahren als Life Coach für Erfolgsorientierte tätig, was ein erfolgreiches Coaching ausmacht.

Herr Heinrich, Coaching ist ja ein weitläufiger Begriff, wie definieren Sie für sich das, was Sie tun?

Jürgen Heinrich: Unter Coaching verstehe ich, dass der Coach die Ziele und Wünsche des Kunden herausfindet und ihm dabei hilft, diese aus eigener Kraft und mit Freude Stück für Stück zu erreichen. Diesen Prozess begleite ich beispielsweise mit konkreten Maßnahmen, die ich individuell auf den jeweiligen Kunden und dessen ganz spezielle Lebenslage anpasse.

 

Wann ist Coaching grundsätzlich sinnvoll?

Jürgen Heinrich: Mein persönlicher Tipp lautet hier: Nicht erst aktiv zu werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern sich bereits bei den ersten Anzeichen von Unzufriedenheit, fehlender Motivation oder unklarer Zielsetzung gezielt Unterstützung zu suchen. Aber auch dann, wenn man das noch unbestimmte Gefühl hat: „Da muss es doch noch mehr für mein Leben geben!“.

 

Welche konkreten Probleme lassen sich durch ein Coaching lösen?

Jürgen Heinrich: Unsere Kunden, dabei handelt es sich vor allem um kleine und mittelständische Unternehmer(innen), kämpfen   oft mit folgenden Hauptproblematiken: Arbeitsüberlastung, fehlende Motivation, mangelnde Zielklarheit und auch falsche Prioritätensetzung. Meiner Meinung nach geht es aber bei einem Coaching nicht nur darum, ständig Probleme zu lösen, sondern durch eine wirksame Begleitung die Weichen für nachhaltigen Erfolg schon einen deutlichen Schritt früher zu stellen und nicht erst, wenn man schon mittendrin steckt im Burn-out.

 

Was zeichnet für Sie ein gutes Coaching aus?

Jürgen Heinrich: Für mich ist Empathie ein extrem wichtiger Faktor, sprich dass der Coach sich gut in den Coachè hineinversetzen kann. Darüber hinaus sollte ein guter Coach  fähig sein, zwischen den Zeilen zu lesen. Nicht immer erzählt der Coachè gleich das, um was es ihm wirklich geht. Manchmal hat er das Problem selbst noch gar nicht richtig erkannt oder kann es nicht klar benennen. Vor allem aber sollte ein guter Coach seinem Klienten dabei helfen, Klarheit in sein Leben zu bringen z. B. durch die passende Zielsetzung in den wichtigsten Lebensbereichen Gesundheit, Familie / Freunde, Karriere / Beruf, Soziales und Finanzen / Materielles.

 

Wie findet man den richtigen Coach bzw. wie können Interessenten sicherstellen, dass Sie das richtige Coaching  ausgewählt haben?

Jürgen Heinrich: Am besten durch Empfehlungen, z. B. von befreundeten Unternehmern. Optimal ist es, wenn der Coach Interessenten die Möglichkeit bietet, mehr über seine Arbeit zu erfahren, beispielsweise in Form von Probeterminen, Kennenlern-Gesprächen, Newsletter, Blogs etc. Dass Sie das richtige Coaching gebucht haben, spüren Sie übrigens meist sehr schnell anhand Ihres Bauchgefühls und natürlich daran, dass sich die besprochenen Erwartungen oder Ziele schnell einstellen.

 

Wie läuft ein Coaching normalerweise ab?

Jürgen Heinrich: Das ist von Coach zu Coach sehr unterschiedlich. Bei mir ist es so, dass wir mindestens zweimal im Monat in kleinen Gruppen oder auch One-to-One intensiv
zusammenarbeiten. Im Laufe meiner 20-jährigen Erfahrung habe ich festgestellt, dass Regelmäßigkeit und Wiederholung ein wichtiger Baustein für den Erfolg ist.

 

Wie lange dauert ein Coaching?

Jürgen Heinrich: Ich arbeite in der Regel 12 Monate oder sogar länger mit meinen Kunden zusammen, weil ich weiß, dass Seminare und Vorträge nur kurzfristig pushen. Deshalb habe ich mein Coaching so aufgebaut, dass ich dort ansetze, wo Schulungen oder Trainings aufhören – bei der Umsetzung!

 

Welche Methoden sind besonders geeignet für ein Coaching?

Jürgen Heinrich: Ich arbeite sehr intensiv mit dem „Pareto-Prinzip“ – auch 20/80-Methode genannt: Viele kennen diese Methode, aber die Wenigsten wenden sie wirklich an. Anhand dieses Prinzips zeige ich meinen Klienten, wie sie mit 20 % ihrer Zeit 80 % ihres Einkommens generieren. Dadurch entstehen Freiräume für Familie, Hobbys, Sport und Zeit, um sich zu regenerieren. Das ist gerade für viele Unternehmer und Führungskräfte ein wichtiger Aspekt, der in einem ausgefüllten Karriereleben zu kurz kommt und weswegen viele einen Coach aufsuchen. Die gewonnene Zeit lässt sich aber auch nutzen, um große Ideen weiter zu verfolgen. Es nützt wenig, wenn Sie völlig gestresst von 16-Stunden-Tagen an Ihrer Vision – persönlich wie unternehmerisch – arbeiten. Erfahrungsgemäß bleibt dabei die Kreativität auf der Strecke. Das „Pareto-Prinzip“ ist nur eine Methode von vielen, die ich im Coaching einsetze.

 

Ist ein Selbstcoaching möglich und sinnvoll?

Jürgen Heinrich: Gerade als Einstieg ist ein Selbst- bzw. Online-Coaching durchaus sinnvoll. Natürlich kann es ein persönliches Gespräch mit einem Coach nie ersetzen. Dennoch kann ein gut gemachtes Selbstcoaching evtl. online begleitet über so manches Motivationstief hinweg helfen. Außerdem lernt man so den Coach und seine Arbeitsweise besser kennen.

 

Mit welchen Erwartungen gehen Menschen überhaupt an ein Coaching heran? Sind diese realistisch?

Jürgen Heinrich: Die Erwartungen sind häufig, für sich selbst herauszufinden, was wirklich wichtig ist im Leben, seine Zeit besser einzuteilen oder Potenziale und Chancen zu erkennen, diese bestmöglich zu nutzen sowie darauf aufzubauen. Diese Erwartungen sind durchaus realistisch und sollten mit einem guten Coaching auch erreicht werden.

 

Vielen Dank, Herr Heinrich, für dieses Gespräch!

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