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04.07.2011 | News spezial

Hintergrundbeleuchtung | Rating- oder Rate-Agenturen?

Mittlerweile hört man folgende Nachricht beinahe täglich: „Die Rating-Agentur hat die Kreditwürdigkeit des Unternehmens x, des Konzerns y oder des Landes z ein weiteres Mal herabgestuft“. Die von zumeist einer der drei großen Rating-Agenturen Fitch, S&P und Moody´s getroffenen Einschätzungen und Berechnungen können in ihrer Auswirkungen heftigste Erschütterungen für den globalen Finanzmarkt und natürlich für die Betroffenen haben, was die Macht der „großen Drei“ dabei umso mehr manifestiert und unterstreicht. Auch wenn dies keine allzu direkte Rolle in der täglichen Praxis der Finanzdienstleistung spielt, stellt sich für viele doch die Frage: Woher kommen die Rating-Agenturen und ihre Macht eigentlich?

 

Ein kurzer Abriss

Die Geburtstunde der heutigen Rating-Agenturen fällt in die Zeit des Schienenbahnenaufbaus in Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auf das Jahr 1909 wird die Gründung der ersten Rating-Agentur beziffert. Der Analyst John Moody erkannte das Dilemma zwischen den Investoren und den großen Eisenbahngesellschaften: Die Gesellschaften brauchten das Geld der Anleger, die ihrerseits die Befürchtung hatten, ihr - in die zum großen Teil unbekannten - Gesellschaften investiertes Geld nicht wieder zu sehen.

Durch das Sammeln ökonomisch relevanter Informationen hinsichtlich Aktien, Management und Struktur der betreffenden Gesellschaften konnte die Kreditwürdigkeit relativ schnell und sicher überprüft und festgelegt werden. Andere Agenturen folgten. Der Grund, dass die „großen Drei“ sich über die ganze Zeitspanne an der Spitze der Agenturen halten konnten, liegt vor allem an den gesetzlichen Regelung, die im Laufe der Geschichte die etablierten Agenturen als Instanz zur Marktüberprüfung heranzogen.

Während zu Beginn der Agentur-Karrieren noch die Anleger für die Überprüfung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens bezahlen mussten, sind es heute mitunter Emittenten, die für die Einschätzung bezahlen. Das liegt zum einen am Kapital, zum anderen auch an der technischen Entwicklung der Reproduzierbarkeit der von den Anlegern gekauften Beurteilungen. 

Nach wie vor genießen die Agenturen hohes Ansehen in der globalen Wirtschaft: Ein AAA-Rating, also die Bestbeurteilung, ist für Firmen und auch Länder ein Gütesiegel. Nebenbei: Bis direkt vor ihrem Ende wurde auch das ehemals große (und wahrscheinlich bei den meisten immer noch nicht unbekannte) Unternehmen Enron mit der besten Bewertung von den Rating-Agenturen bedacht. Diese Anekdote aber nur am Rande – und zwar am unteren dieses kurzen Informationsausflugs.

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Autoren auf Vertriebsnachrichten. Finanzberater, Coaches, Trainer und interessante Menschen.