20.09.2016 | Produkte & Lösungen

Glänzt Gold gefährlich? Die Pros und Contras für Investitionen in Gold!

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie zumindest ab und zu von Ihren Kunden auf eine Investition in Gold angesprochen. Dabei wird oft gefragt, was es zu beachten gilt und was die wesentlichen Pros und Contras bei einer Goldinvestition sind. Darüber, ob Gold also ein glänzende Kapitalanlage ist oder es im Glanz des Goldes auch Schattenseiten zu berücksichtigen gilt erfahren Sie nachfolgend mehr:

Zunächst grundsätzlich: Lieber Gold in der Hand statt auf dem Papier?

Heutzutage gibt es diverse Möglichkeiten in Gold zu investieren. So gibt es neben dem Kauf echter, physischer Münzen und Barren auch die Möglichkeit in Wertpapiere zu investieren, die sich wie der Goldpreis entwickeln – so genannte Exchange Traded Funds (ETF´s) oder Exchange Traded Commodities (ETC´s). Diese bilden eine schnelle und bequeme Möglichkeit, auf die Entwicklung des Goldpreises zu spekulieren. Denn diese Papiere lassen sich auf Knopfdruck verkaufen und die An- und Verkaufsspannen und -spesen sind im Gegensatz zu Investitionen in reales Gold deutlich günstiger. Viele dieser Papiere versprechen zudem, dass ihr Wert real in Gold hinterlegt ist und dass man sich den Gegenwert auch in realem Gold ausliefern lassen könne.

Wer jedoch weniger von spekulativen Absichten geprägt ist und Gold vielmehr als eine Art „Lebensversicherung“ für schwerste Krisenzeiten versteht, der möchte in der Regel jederzeitigen Zugriff auf seine Reserven haben. Demjenigen stellt sich dann auch die berechtigte Frage, wie denn im Falle einer solchen existenziellen Krise tatsächlich sichergestellt wäre, dass er seine Wertpapierinvestments in reales Gold getauscht bekäme oder ob sein Schuldner überhaupt noch existiert und diese Zurückzahlung bzw. diesen Tausch leisten kann.

Den jederzeitigen Zugriff auf physisches Gold am „Tag X“ hat man selbstverständlich am ehesten zu Hause. Dies bringt mit jedoch mit sich, entweder über einen entsprechend gesicherten und versicherten Tresor verfügen zu können - oder dem Risiko eines Diebstahls unterworfen zu sein. Andere Alternativen wären Schließfächer in den Tresoren einer Bank oder eines externen Dienstleisters. Dies hängt maßgeblich vom Vertrauen in einen solchen Dienstleister ab. Und Beispiele wie in Griechenland haben gezeigt, dass Bankfilialen auch geschlossen werden können und man ausgerechnet dann keinen Zugriff auf seinen Schließfachinhalt hat.

 

Rendite zum Ersten: Gold bekommt keine Kinder – ist aber ein weltweit anerkanntes Zahlungsmittel

Aktien bringen Dividenden, Anleihen (noch) Zinsen, Immobilien bringen Mieteinnahmen – „doch Gold glänzt nur“. Das zeigt unter anderem auch, warum Gold gerade in Zeiten niedriger Zinsen gefragt ist (der mögliche „Zinsverlust“ im Vergleich zu einer Investition in bspw. eine Anleihe ist dann nämlich geringer). Doch obwohl es keine laufenden Erträge einbringt, hatte Gold in den letzten hunderten, wenn nicht tausenden Jahren immer „irgend einen“ Wert und konnte als Tauschmittel respektive Zahlungsmittel verwendet werden - im Gegensatz zu Papiergeld und Kontoguthaben bei Währungsverfall und Hyperinflation.

 

Rendite zum Zweiten: Bedeutet Gold einen Schutz der Kaufkraft? Das kommt darauf an!

Unter den vorgenannten Gründen sollte man annehmen, dass Gold immer einen Wert hat und somit hilft, Vermögenswerte zu bewahren. Das mag insbesondere in existenziellen Krisenzeiten der Fall sein. Wer beispielsweise in den 1920er Jahren über Gold verfügen konnte, wird ein positives Lied davon singen können. Doch da Gold eben „keine Kinder bekommt“ und zudem erhebliche Kursschwankungen zu verzeichnen hat, gibt es keine eindeutige Antwort hierauf. Wer bspw. zu Beginn der 1980er Jahre zu den damaligen Höchstpreisen Gold erwarb, musste an die 20 Jahre zuschauen, wie dieses immer weniger Wert wurde. Von den zusätzlichen Inflationsverlusten ganz zu schweigen. Berücksichtigt man jedoch zudem die Inflation war es so, dass selbst zu den Höchstpreisen des Jahres 2011 ein Goldinvestor von Anfang der 1980er Jahre immer noch reale Kaufkraftverluste zu verzeichnen hatte – obwohl das Gold nominal ca. dreimal so hoch notierte! Dies bekräftigt möglicherweise den Gedanken, Gold „lediglich“ als Schutz für den Fall schwerster Krisen zu sehen und hierfür zu erwerben. Wenn es dann hilft im wahrsten Sinne des Wortes zu überleben, bekommt es sicherlich einen nicht zu beziffernden Wert – wo auch immer der Kaufpreis lag. Dafür muss man am „Tag X“ jedoch auch darüber verfügen können:

 

Mit Gold sicher durch jede Krise? Möglicherweise…

Denn bspw. in den USA gab es 1933 die Pflicht sein Gold an den Staat auszuliefern (immerhin zu einem damals angemessenen Preis). Ähnliche Bestrebungen gab es bspw. 1936 in Frankreich und 1966 in Großbritannien und könnte es daher im Falle eines Falles auch bei uns geben. Nun könnte man sich dem widersetzen und sein Gold bspw. im Garten vergraben und damit über eine Krise hinaus „retten“. Doch inmitten der Krise dürfte man wenig davon haben, wenn man es nicht legal verkaufen kann. Somit könnte selbst die beste vorausschauende Planung ad absurdum geführt werden und es Sinn machen, weitere Alternativen in Betracht zu ziehen (wie bspw. Silber), auch wenn hier ebenfalls ein Besitzverbot nicht ausgeschlossen werden könnte.

 

Gold lässt sich im Gegensatz zu Papiergeld nicht beliebig vermehren – aber ist es deswegen ein knappes Gut?

Ca. 175.000 Tonnen Gold sollen bisher auf der Welt gefördert worden sein, das entspräche einem Würfel mit einer Kantenlänge von gerade einmal 21 Metern. Davon liegen ca. 30.000 Tonnen bei den Notenbanken und ca. 35.000 Tonnen in Anlegerhand (der überwiegende Teil ist in der Schmuck- und Technologiebranche zu finden). Der größte Teil dieser Goldmenge, nämlich ca. 60%, wurde allerdings erst seit 1950 gefördert. Zudem gelten als wirtschaftlich förderbar (zumindest nach heutigen Preismaßstäben) derzeit weitere ca. 52.000 Tonnen. Die exotischeren Vorkommen bzw. Visionen (Recycling, Tiefsee, Asteroiden…) lassen wir also erst einmal außen vor. So oder so zeigt sich: auch wenn es nicht beliebig vermehrbar ist, ist Gold kein extrem rares Gut. Und somit gibt es wie schon bisher aufgeführt einen Grund mehr dafür, dass es keinerlei Garantien mit Blick auf Werterhalt oder gar Wertsteigerung nach dem Goldkauf gibt.

 

Wer bestimmt eigentlich den fairen Preis? Und ist das Diskretion oder Intransparenz?

Grundsätzlich sollten Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Doch nicht nur mit Blick auf den wiederkehrenden Verdacht von Preismanipulationen stellt sich die Frage, wer genau den „offiziellen“ Goldpreis bestimmt. Zweimal pro Tag statt (um 11:30 Uhr und 16:00 Uhr) wird der Goldpreis durch sechs Großbanken im gemeinsamen Austausch festgelegt (Goldfixing): Bank of Nova Scotia–ScotiaMocatta, Barclays Bank, HSBC Bank, Société Générale, Goldman Sachs und die USB. In ständiger Verbindung mit Anbietern und Abnehmern in der ganzen Welt soll so ermittelt werden, zu welchem Preis die meisten Aufträge abgewickelt werden können. Diskretion gehört dabei zum Ritual – oder anders ausgedrückt: Intransparenz?

Auch die Preisentwicklung insgesamt können wohl die wenigsten Menschen einschätzen. Sicher, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Somit lässt sich auch teilweise erklären, warum der Goldpreis vor fünf Jahren in Folge der Finanzkrise Allzeithochs erreichte. Doch welcher der damaligen Investoren hätte mit dem dann wiederum folgenden vierjährigen Preiscrash gerechnet, wo sich doch (was die Unsicherheitsfaktoren auf der Welt angeht) nicht nur nichts geändert, sondern sich Einiges noch verschlechtert hatte?

Für deutsche Investoren spielt darüber hinaus auch noch der Kurs des US-Dollars eine wichtige Rolle, wird Gold doch auch heute noch vor allem in der US-Währung gehandelt. Je nach Entwicklung des Dollarkurses also, kann der Goldpreis in Euro noch stärker schwanken und Gewinne wie Verluste verstärken oder abmildern. Berechenbarer wird er somit also sicherlich nicht.

Und bei einer der genannten schweren Krisen? Dann kann es sehr gut sein, dass der Goldpreis aufgrund einer hohen Nachfrage in die Höhe schießt und das geschieht, was sich die Goldkäufer von heute wünschen. Es ist aber auch denkbar, dass in einem solchen Szenario gleich mehrere Krisenstaaten gezwungen wären, ihre Goldreserven auf den Markt zu werfen – mit dann wohl doch eher sehr negativen Effekten auf den Goldpreis.

 

Welche Stückelung oder Legierung sollte man wählen? Und: Münzen oder Barren?

Auch das ist schon fast eine Glaubensfrage. Grundsätzlich ist es so, dass physisches Gold umso teurer wird, je kleiner die Stückelung (der Münze oder des Barrens) ist. Gleichwohl kann es aber Sinn machen, auch bzw. eher kleinere Stückelungen zu wählen, da diese wiederum im Falle eines Falles schneller zur Bezahlung von was auch immer verwendet werden können (wobei für kleinere Geldwerte dann auch Silber geeignet wäre, zu Silber aber an anderer Stelle einmal mehr). Inzwischen gibt es deswegen bereits Tafelbarren, die an Schokoladentafeln erinnern – stückweise können hier wie bei einer Tafel Schokolade 1-Gramm-Gold-Täfelchen abgebrochen werden.

Im Grunde genommen müsste es im Falle eines Falles nur auf den Goldgehalt / das Goldgewicht ankommen und somit die Wahl zwischen bspw. Münzen oder Barren Geschmackssache sein (oder auch eine Frage der platzsparenden Unterbringung).

Etwas mehr Bedeutung könnte dann schon die Wahl der Legierung haben. Und dies aus zwei Gründen:

  1. „Haltbarkeit“: Münzen wie der Krügerrand oder American Eagle haben einen Feinheitsgehalt von lediglich 916,6/1000. Es ist zwar insgesamt dennoch bspw. eine Unze Feingold enthalten. Um das Material aber härter zu machen und Absplitterungen bspw. beim Transport, auf der Flucht o.ä. zu vermeiden, ist im Gegensatz zu Münzen mit Feingehalten von 999,9/1000 Kupfer beigemischt. Dies führt zum zweiten Wahlgrund für eine Legierung,die...:

  2. „Einschmelzbarkeit“: Goldmünzen und Goldbarren mit Feingehalten von 999,9/1000 sind jederzeit leicht einzuschmelzen und in andere „Formen“ zu bringen. Würde sich ein Käufer nur für das reine, enthaltene Gold interessieren, müsste er bei Legierungen wie unter "1" genannt noch das Gold vom Kupfer trennen lassen, was erhöhte Kosten mit sich bringt. Möglicherweise ist dies jedoch am „Tag X“ auch nur ein hypothetischer Nachteil.

Liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen also: Es gibt eine Vielzahl von Faktoren zu beachten bei einer Entscheidung für oder gegen Gold. Mir persönlich gefällt der Gedanke, einen Anteil des Vermögens in physischem Gold als „Lebensversicherung“ für Extremszenarien zu sehen und entsprechend zu investieren (wenngleich auch diese „Sicherheit“ wie vorgenannt leider keine absolute ist).

Als Tipp möchte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben, sich für Edelmetallkäufe nur absolut seriöser Häuser zu bedienen. Also Augen auf beim Edelmetallkauf,

meint Ihr Jens Kregeloh

 

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