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20.07.2009 | Nachrichten Navigator

Die nächste Krise kommt bestimmt | Derivate als Auslöser?

Die Börsen erholen sich. Die Absatzerwartungen legen zu. Doch manche Experten sehen schon wieder die nächste Krise kommen. Diesmal durch Derivate verursacht.

Diese Rubrik heißt zwar „bad news are good news“, aber wir fangen heute einmal mit der guten Nachricht an. Die Absatzerwartungen für Aktienfonds legen im zweiten Quartal 2009 deutlich zu. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von Robeco Deutschland unter 350 Anlageberatern. 49 Prozent rechnen in den kommenden sechs Monaten mit steigenden Absätzen. Das sind satte 19 Prozent mehr als im Vorquartal. Die Bewertung der aktuellen Absatzzahlen für Aktienfonds, also für die momentanen Wochen und Monate, beharrt hingegen auf einem niedrigen Niveau von 6 Prozent. Das bedeutet allerdings im Vergleich zum Vorquartal trotzdem immerhin noch ein Plus von 4 Prozent. „Die Zurückhaltung am Markt nimmt langsam ab“, sagt Kai Röhrl, Head of Third Party Distribution von Robeco. „Professionelle Marktteilnehmer interessieren sich wieder zunehmend für die Schwellenländer. Seit Jahresanfang stand insbesondere China im Fokus der Investoren, was sich in den steigenden Kursen widerspiegelt.“ Gewinner der Wirtschaftskrise sind Immobilienfonds. Im zweiten Quartal 2009 bewerten 52 Prozent der Befragten die Absatzlage positiv. Das sind nochmals 10 Prozent mehr als im Vorquartal.

Optimismus kehrt zurück – Experten warnen
Die Börsen-Erholung im ersten Halbjahr hat sicherlich entscheidend zur abnehmenden Zurückhaltung geführt. Doch Experten warnen, dass die Euphorie zu verfrüht sei. Die fundamentalen Probleme der Weltwirtschaft sind noch nicht gelöst. Die Krise ist keineswegs schon überstanden, sondern wird noch anderthalb Jahre andauern. So zumindest die Prognose der Analysten der Saxo Bank. Fondsmanager und Investoren-Legende Mark Mobius von Franklin Templeton geht sogar noch einen Schritt weiter. In den kommenden fünf bis sieben Jahren wird es eine erneute Krise geben. Die großen Konjunkturprogramme, durch die Milliarden in die Finanzsysteme strömten, werden für enorme Schwankungen am Finanzmarkt sorgen.

Diesmal Derivate
Lag der Ursprung der derzeitigen Finanzkrise in den Hypothekengeschäften in den USA, werden nach Mobius Derivate der Auslöser der nächsten Krise sein. Renditen sind attraktiv, wenn es keine Transparenz gibt. Deshalb wollen Banken auch keine Transparenz. Alle Marktteilnehmer, die mit Derivaten Geld verdienen, werden eine von der Politik angestrebte Regulierung des Derivate-Marktes zu verhindern wissen. Laut Bloomberg sind seit Jahresbeginn 2007 Derivate für rund 1,5 Billionen Dollar an weltweiten Abschreibungen und Verlusten in den Bilanzen der Banken verantwortlich. Der Wert aller ausstehenden Derivate beläuft sich auf 592 Billionen Dollar. Das ist das Zehnfache der globalen Wirtschaftsleistung. Mobius sieht jedoch nicht nur schwarz, sondern rät Anlegern zur Anlage in Schwellenländer-Aktien. Klingt nicht ganz uneigennützig aus dem Mund eines Schwellenländer-Fondsmanagers.

Wie können Berater und Vermittler in diesen unsicheren Zeiten dennoch ihre Kunden überzeugen?

-       Machen Sie Ihren Kunden klar, dass auch die nächsten Jahre oder Jahrzehnte
        nicht frei von Krisen sein werden bzw. nicht auszuschließen sind.

-       Doch Krisen sind auch Chancen und zwar insbesondere Chancen, Fondsanteile,
        Aktien oder sonstige Wertpapiere jetzt günstig zu erwerben und damit von
        künftigen Kursanstiegen zu profitieren. 

-       Verweisen Sie auf die Langfristigkeit von Geldanlagen und belegen Sie dies
        durch Statistiken. Trotz zwischenzeitlicher Krisen kann sich die langfristige
        Performance bei den meisten seriösen Geldanlagenprodukten sehen lassen. 

-       Anleger sollten nur Geld anlegen, das sie nicht zum Leben brauchen. Nur so
        können sie ruhig darauf warten, dass irgendwann wieder bessere Zeiten
        kommen.

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Autoren auf Vertriebsnachrichten. Finanzberater, Coaches, Trainer und interessante Menschen.