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16.02.2012 | Life Guide | Sein & Haben

Champagne Campaign (Teil 4) | Wissen: Flasch Forward

So: Ende Gelände! Herzlich willkommen zum letzten Teil unserer kleinen Serie über alles Wissenswerte rund um das Luxuswässerchen, besser bekannt unter dem Namen Champagner. Viele kleine Fakten haben wir in den letzten Ausgaben bereits zusammengetragen. Nun kommt das große Finale, wir machen also den Deckel, oder besser: Korken drauf.

Korken - auch Bouchon


Ja, auch zu dem Pfropfen der einem vom süffigen Vergnügen trennt, gibt es etwas zu berichten. Champagner, im Gegensatz zu vielen Weinen, werden nach wie vor und auch in Zukunft ausschließlich mit den besten Naturkorken versiegelt. Die Qualität des verwendeten Korkens ist dabei sehr einfach zu erkennen: Je kleiner die Poren, desto besser der Korken.
Der natürliche Champagnerverschluss ist besonders gut an seiner ganz speziellen Form – die ein wenig an einen Pilz gemahnt - zu erkennen. Vor dem mechanischen Versiegeln der Flasche ist die Korkenform jedoch eher klassisch. Erst im Flaschenhals dehnt sich das Korkgewebe weiter aus, was für die Versiegelung natürlich extrem förderlich ist. Anhand der Form lässt sich nebenbei auch das Alter und die Zeit der Lagerung des Champagners hervorragend ablesen. Hat der Korken nach dem Öffnen der Flasche noch die klassische „Pilzform“, so steckt dieser erst seit kurzer Zeit im Hals der Flasche. Der sogenannte „breite Fuß“ wird auch Juponne genannt. Dehnt sich der Korken nach dem Öffnen nicht aus, heißt das natürlich entsprechend, dass der geneigte Gourmet eine ältere Flasche geöffnet hat. Dieser Korken wird auch Cheville genannt.
Und noch was: bei einem waschechten Champagner steht selbstverständlich auch Champagner auf dem Korken. Bei Jahrgangschampagner findet sich zudem noch das Datum.
Und es geht noch weiter: Der Weltrekord für einen frei fliegenden Korkenknaller aus einer Pulle Schampus liegt bei 54,18 Meter. Das Flugobjekt wurde dabei im Großraum New York gesichtet.


„le Korb du Draht“ – oder auch Agraffe bzw. Muselet


Die ersten Methoden zur Versiegelung des Edelwässerchens waren so gar nicht von Erfolg (geschweige denn Geschmack) gekrönt. So wurde zu Beginn des Champagner-Zeitalters ein Holzkeil in die Flasche gesteckt, mit einem in Öl getunkten Tuch umwickelt und mit Wachs versiegelt. Hat nicht gehalten – schlechte Idee. Der neu erfundene Korken wurde zunächst dann mit Hanfseilen gesichert, wie es heut auch bei einigen Prosecco (wir sind ja eher antisecco – Anm. d. Red.) auch heute wieder Mode ist. Auch diese Variante konnte nicht überzeugen. Selbst dann nicht, als das Hanf durch die ersten Drahtvariationen ersetzt wurde. Der Grund: Eine spezielle Zange musste relativ umständlich zum Öffnen der Flasche eingesetzt werden. Luxus und Eleganz geht hat anders.
Durch das Anbringen eines zusätzlichen kleinen Rings zur letztendlichen Vervollständigung des heutigen Drahtkorbs, wurde das Öffnen, wie wir es heute kennen dann so richtig und im wahrsten Sinne des Wortes salonfähig. Der etwas andere Ring of Feier sozusagen.

Die Kapsel – oder auch Plaque bzw. Capsule


Mehr als ein zusätzliches Kleinod. Die 1844 von Adolphe Jacqueson erfundene metallene Kappe, die sich seither bei allen Champagnerverschlüssen finden lässt, hat eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Sie verhindert nämlich das Einschneiden des Drahtes in den Korken, was so manch edlen Genuss gerettet hat.
Natürlich werden die Kapseln auch gerne als Werbemittel verwendet. Freunde der kleinen, feinen Kapseln die sich der Passion des Sammelns der Plaques hingegeben haben, werden von wissenschaftlicher Seite als Placomusophilisten bezeichnet. Ehrlich.

So. Das war´s mit unserem Ausflug in die prickelnde Welt des Champagners. Es gibt natürlich sehr viel mehr wissenswertes. Vielleicht kommen wir in Zukunft noch einmal darauf zurück. Zunächst aber: Prost, à votre santé!

 

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Autoren auf Vertriebsnachrichten. Finanzberater, Coaches, Trainer und interessante Menschen.