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17.01.2012 | Life Guide | Sein & Haben

Champagne Campaign (Teil 2) | GROSS: Trink- und Bibelfest

Und so sprachen wir denn in der Vergangenheit über Großartigkeit und Größenwahn. Sehet nun in dem zweiten Teile, dass Jerobeam nur der Beginn einer Kreation von übermäßigen Volumen darstellte. Genug geschwafelt: Hier kommt der zweite Teil zu Hintergründen und Wissenswertem betreffend der Lieblingsbrause (früher auch gerne als Teufelszeug bezeichnet) namens Champagner und dessen ganz und gar nicht mehr dezente Abfüllung in großes Glas. Die raren und extravaganten Übergrößen des umgangssprachlichen Schampus stellen heute das Thema dar.

  • Rehoboam (oder auch Rehaboam): Eine Champagnerflasche mit 4,5 Liter Inhalt, also dem sechsfachen der Standardgröße Imperial. Rehoboam war der Sohn des Salomo im Alten Testament, und zeitlich der Nachfolger des gleichfalls flaschengrößentechnischen Vorgängers Jeroboam (siehe Teil 1).
  • Methusalem (auch Impériale): Obacht, nicht zu verwechseln mit dem Imperial: Das könnte unter Umständen teuer werden. Im Gegensatz zur Standardgröße von 0,75 Litern lassen sich aus dieser Flasche gleich 6 Liter Champagner genießen. Nach Überlieferung des Alten Testaments der älteste Mensch der Welt, Großvater von Noah (der mit der Arche) und daher auch vor der Sintflut aktiv – und das, so die heilige Schrift, ziemlich genau 969 Jahre. Etwas länger zu trinken hat man der Größe auf jeden Fall auch.
  • Salmanazar (auch Salmanasar): Schlanke 9 Liter in der Flasche. Benannt wurde Sie nach dem assyrischen König Salmanazar III., der relativ umtriebig in Sachen Kriegsführung war.
  • Balthazar: 12 Liter. Punkt. Der Sohn von Nebukadnezar ist Namenspate für dieses Ungetüm, das 16 Standardfaschen entspricht. Die Kurzform des Namens entpricht dem babylonisch-hebräischen Baal, heißt übersetzt: „Herr“ oder auch „Meister“. Tja, punkt.
  • Nebukadnezar: Natürlich ist der Vater noch mal eine Nummer größer. 15 Liter Schampus, benannt nach dem neubabylonischem König, dem II. Die hängenden Gärten von Babylon, das 7. Weltwunder sollen Ihm ui ehren errichtet worden sein. Ein Wunder wäre zudem, die Flasche mal eben selbst zu leeren.
  • Goliath (auch Melchior): Gut, dieser Name verpflichtet inhaltlich: 18 Liter. Kein weiterer Kommentar.
  • Sovereign (auch Soverain): Selten. Die 35-fache Version des Standards. Schlappe 26,25 Liter. Der Titel erklärt sich wohl selbst. Diese Flaschen kommen aus dem Hause Taittinger.
  • Primat: Noch seltener. 27 Liter sind drin. Die Namensherkunft auf das Alte Testament zu beziehen ist hier ein wenig schwieriger. Zwar gibt es das Papst-Primat, also die Vorranstellung des Papstes als Führer des gesamten Christentums, denkbar wäre aber auch eine modernere Variante: Der Primat als Herrentier höherer Ordnung. Nicht nur die Affen, sondern auch die Menschen. Auf jeden Fall die Krone der Champagnerflaschenschöpfung
  • Melchisedec: Der Endpunkt. 30 Liter Champagner in einem gläsernen Ungetüm. Der helle, spritzige und verkorkte Wahnsinn in der Flasche. Gibt es auch erst seit dem Jahr 2002. Der Name ist wiederum aus dem Alten Testament entlehnt, braucht aber keine weitere historische Quelle oder Forschung um den absoluten Höhepunkt darzustellen. Die Primat und Melchisedec wird ausschließlich und exklusiv von dem Hause Drappier angeboten. Anekdote am Rande: Im Jahr 1986 wurde die Dominion of Melchizedek gegründet, die einen Versuch, eine Mikronation aus mehreren kleinen pazifischen Inseln zu etablieren, darstellte. Der eigentliche Zweck ist nach bisheriger Kenntnis die Erschaffung eines Staates für Finanzbetrügereien von Offshore-Banken und zur Geldwäsche. Der Preis für diese Mammut-Flasche ist dabei aber wieder vergleichsweise gering, was wohl mit dem Jahrgang zu tun haben muss. Für unter 5.000 Euro kann das Monster irgendwo (!?!) bei Ihnen zu Hause einziehen. Prost!

 

 

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