17.08.2010 | Nachrichten Navigator

Brennpunkt Haftungsrisiko | Ver(un)sicherung?

Bad News können in vielen Fällen zwar zu Good News werden, in anderen Momenten ist es mindestens jedoch genauso wichtig, dass Bad News nicht zu Worst News werden. Wer Produkte zum Versicherungsschutz vermittelt, sollte auch ein Augenmerk auf einen potentiellen „eigenen“ Schadensfall für sich und seine Unternehmungen haben. Denn, wie ja bekannt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht - und die Fallstricke finden sich allerorten. Wer ohne Absicherung in die Haftungspflicht genommen wird, dem drohen Forderungen die nicht selten existenziell vernichtend sind. Zum Schutz Ihrer Interessen und Zukunft gibt es demnach so manches zu beachten:

Schlummernde Risiken für Vermittler

Drei Jahre nach der Umsetzung der EU-Richtlinie schlummern immer noch unerkannte Deckungslücken in VSH-Policen der Versicherungsvermittler und Finanzdienstleister. Wer nicht regelmäßig mit den Fallstricken der Berufshaftpflichtversicherung zu tun hat läuft Gefahr, existenzbedrohende Risiken nicht als solche zu erkennen, vor allem im Bereich der noch ungeregelten Finanzdienstleistungen.

Ein Beispiel: Die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung für die Versicherungsvermittlung zeichnet sich durch eine unbegrenzte Nachhaftung aus. Der Gesetzgeber wollte im Interesse des Verbraucherschutzes sicherstellen, dass im Falle einer Falschberatung berechtigte Schadenersatzforderungen auch dann noch befriedigt werden, wenn der Vermittler sich schon längst aus der Branche zurückgezogen hat und der VSH Vertrag bereits beendet wurde. Aufgrund des geltenden Verstoßprinzips und der unbegrenzten Nachhaftung bleibt der Versicherer auch nach Ablauf der VSH-Versicherung leistungspflichtig.

Bei der Absicherung des Finanzdienstleistungs-Risikos gilt dieses Prinzip bislang nicht. Die meisten VSH-Versicherungen sehen für den FDL-Bereich eine Befristung vor. Das bedeutet für den Vermittler, dass er schon wenige Jahre nach dem Ablauf der aktuellen Versicherung schutzlos dasteht, wenn er nicht anderweitig Vorsorge getroffen hat.

Wie brisant die Lage ist, sieht man an der Verfahrensflut im Zusammenhang mit „gehebelten“ Finanzprodukten. Die erhobenen Vorwürfe - teilweise schon viele Jahre alt – fallen letztendlich wieder auf den Vermittler zurück... 

Über den Autor: 
Der Autor und Vorstandsvorsitzende der Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler Ralf W. Barth hat seit Beginn seiner Tätigkeit in der Branche im Jahr 1985 eine Vielzahl von Stationen im Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbereich durchlaufen. Aus dieser Praxis heraus betrachtet er den Markt aus den verschiedensten Blickwinkeln. Er kennt die Bedürfnisse der Kunden und die Beratungsprozesse der beteiligten Vermittler.

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