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01.03.2011 | Nachrichten Navigator

Baustelle: Beratung | Freier Raum, weiteres Feld

Eine aktuell von der Presseagentur Reuters veröffentlichte Studie von Infratest dimap im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen zeigt auf: Jeder zweite Versicherungsabschluss wird ohne Beratung des Kunden abgeschlossen.

Besonders interessant: In über einem Drittel - 36 Prozent - der Fälle verzichteten die Interessenten von sich aus auf eine Beratung durch einen Vermittler. Lediglich 11 Prozent der Abschlüsse gingen direkt aus der Beratung eines Vermittlers hervor. Aber auch weitere statistische Zahlen, die aus der Befragung von über tausend Erwachsenen bereits im Dezember analysiert wurden, lassen aufhorchen: Knapp 70 Prozent der Interessierten erhielten nach dem Gespräch direkt ein Beratungsprotokoll, bei 17 Prozent wurde das Beratungsprotokoll mit den Versicherungsunterlagen zugeschickt, 11 Prozent bekamen überhaupt keine schriftliche Ausfertigung des Gesprächs, und von einem Prozent der Teilnehmer wurde auf Anraten des Beraters explizit auf ein Protokoll verzichtet.

Das Fazit der Studie aus Sicht der Verbraucherschützer: Vor allem dem "internen" Interessenkonflikt der Versicherungsberater, die aufgrund von Provisionen bestimmte Produkte präferieren, sollten in Zukunft in den Blickpunkt innovativer Verordnungen rücken. Dies soll durch eine Deckelung der Provisionen, vor allem bei Lebens- und Krankenversicherungen, aber auch über eine Informationsbroschüre über die verschiedenen Beratertypen erfolgen. Ein Warnhinweis, dass Berater aus einem bestimmten Haus vertraglich an die von dem Haus vertriebenen Produkte gebunden sind und damit nicht das gesamte Spektrum der günstigsten Produkte anbieten, steht dementsprechend ebenfalls zunächst auf der Agenda der Verbraucherschützer.

Unser Fazit: News (ganz gleich ob good oder bad) sind mehr als weitere Entwürfe zur einheitlichen Regelung zur Beratung und zum Verkauf von Finanzprodukten - erst handfestes lässt konkretes Handeln zu.
Und/Aber: Wenn tatsächlich in 36 Prozent der Fälle, Abschlüsse willentlich ohne eine Beratung getätigt werden, sollte man sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen, sondern die neuen "unbestellten Felder" samt ihrer bisherigen Brachlage analysieren, erforschen und - natürlich - angehen. Mit klarer Beratung und transparentem Protokoll zu nachhaltiger Qualität und nachdrücklichen Empfehlungen. Wer sich bei einigen dieser sechsunddreißig Prozent als Qualitätsberater empfiehlt, der wird empfohlen werden.

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