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12.10.2010 | Life Guide | Sein & Haben

Ausgegraben | Das Beste kommt zum Schluss

Was für den einen makaber oder pietätlos erscheinen mag, ist für den nächsten die konsequente Erfüllung selbst bestimmter Lebensplanung. Das Dahinscheiden, der Tod ist für die meisten Menschen ein unangenehmes Thema. Wer aber stilvoll und nach eigenem Gusto auch die letzte Instanz, die große Hürde, die letzte Stufe nehmen, den letzten Gang antreten will, muss sich vor allem im deutschen Bürokratieapparat einiges einfallen lassen, um nicht auf der Zielgraden die ein Leben lang verschmähten und verachteten Beamtenrichtlinien befolgen zu müssen. Der Tod ist die öffentlichste und nachhaltigste, intime Angelegenheit – so viel steht fest, und zwar bis zum Ende aller Tage (oder zumindest bis zum Ende dieses Beitrags).

Wer also ein Leben lang im Penthouse gelebt, durch die Welt gejettet, auf einem Landsitz gehaust hat, möchte sicherlich nicht für immer und ewig in einer Art Reihenhaussiedlung für Marmorplatten gefunden werden. Wer für das große Finale weder das günstige Modell Fichte haben, noch auf eine Produktvariante eines (sehr) großen schwedischen Möbelhauses warten möchte, kann sich in Deutschland zum Beispiel für das Modell „Fürstentruhe“ (bis zu 12.000 Euro, je nach Ausstattung) entscheiden, oder sich für die etwas individualisiertere und gesetzlich abgesicherte Form von Feuer- oder Seebestattung entscheiden.

Die aus Filmen bekannte „amerikanische Variante“ die Asche in einer Kaffeedose oder einer formvollendeten, künstlerisch hochwertigen Urne auf den Kaminseims zu drapieren fällt in deutschen Landen ebenfalls durch das rechtliche Auflagennetz. Die Asche der Verstorbenen muss entweder sofort unter die Erde, oder in speziellen Aschebehältern im Meer versenkt werden. Alternativen zu dem rigiden Abschiedsplan gibt es durch die etwas zwielichtige Variante im den umliegenden Nachbarländern, wie Belgien, Polen oder den Niederlanden, ein Krematorium aufzusuchen und den Staub dann über die Grenze zurückzuschmuggeln. Viele setzen bei diesem Gedanken einer tatsächlich makaberen illegalen Butterfahrt dann doch wieder auf die traditionelle Bestattungskultur. Schließlich gibt es ja auch noch Mausoleen...

In anderen Ländern, vor allem dem Land jenseits des großen Teiches bieten sich wie so oft unbegrenzte Möglichkeiten: Tyler Cassity zum Beispiel betreibt seit 1997 den prominentesten Friedhof ganz Hollywoods – wer würde nicht gerne neben Rudolph Valentino in bester Uferlage an einem See seine Überreste betten – für in etwa 50.000 Dollar? Es geht bei Herrn Cassity aber noch exklusiver: In dem beschaulichen kalifornischen Küstenort Carmel kann der unwillig Gewillte einen Platz im „Park der Erinnerungen“ pachten, kaufen, mieten (die Redaktion konnte es nicht ganz genau klären). Hier kostet ein Liegeplatz am Fuße jahrhundertealter Eichen circa eine Million US-Dollar. Wem das dann immer noch zu bieder erscheint, kann sich von der Firma „LifeGem“ aus seinen aschenen Überresten farbenfrohe Erinnerungsdiamanten herstellen lassen, oder von der in Houston (wo auch sonst) ansässigen Firma „Space-Services“ in seinem neuen, letzten Aggregatzustand ins All schießen lassen. Ganz frei nach dem Motto: Houston, wir haben keine Probleme mehr.

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Autoren auf Vertriebsnachrichten. Finanzberater, Coaches, Trainer und interessante Menschen.