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20.05.2009 | Nachrichten Navigator

Aufwärts erst 2010 | solide Verkaufsargumente für die PKV

Die Ratingagentur Fitch sieht den Ausblick für die PKV weiterhin bei „negativ“. Sie haben dennoch genügend Argumente für die PKV bei ihren Kunden. Eigentlich spielt das Gesundheitssystem in Deutschland der Privaten Krankenversicherung (PKV) viele Trümpfe in die Hand. Die gesunden und besser situierten Menschen versichern sich privat und die kostenintensiven Armen bilden eine Solidargemeinschaft und gehen in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Doch so rosig sind auch die Zeiten für die PKV nicht mehr. Die Ratingagentur Fitch hat ihren aktuellen Ausblick für die Branche bei „negativ“ belassen. Der erste Grund dafür ist das schleppende Neugeschäft. Die Neuzugänge in der Krankenvollversicherung stiegen zwar in 2008 auf 69.800 Personen. Das sind 9.900 mehr als in 2007. Aber diese Zahl ist durch signifikante Einmaleffekte verzerrt. Seit Anfang des Jahres gibt es nämlich eine Bürgerpflicht, sich krankenzuversichern, eine Vorgabe der Gesundheitsreform. Rechnet man diesen Effekt raus, kommt man bei den Neuzugängen auf nur 48.900. Fitch ist der Meinung, dass sich daran im Laufe des Jahres nicht viel ändern wird. Lediglich 2010 ist mit einer Erholung zu rechnen. Denn seit 2007 gilt eine dreijährige Wartefrist für Menschen, die von der GKV in die PKV wechseln wollen. Erst wenn die GKV-Versicherten auch im vierten Jahr mehr als 4.050 Euro monatlich verdienen, dürfen sie in die Private Krankenversicherung. Dies dürfte 2010 bei einigen ersten Berufseinsteigern der Fall sein.

Neben dem Neugeschäft ist der zweite Grund die Finanzkrise, die auch der PKV zu schaffen macht. Die Private Krankenversicherung hat in 2008 im Schnitt eine Nettoverzinsung ihrer Kapitalanlagen von 3,8 Prozent erzielt. Im Jahre 2007 waren es noch 4,8 Prozent. Für die Sicherungstellung der Deckung der Altersrückstellungen muss die PKV den so genannten „aktuariellen Unternehmenszins“ von maximal 3,5 Prozent bedienen. Sollte eine Versicherung unter diesem Rechnungszins bleiben, müssen andere Ergebnisquellen genutzt werden, um diesen Unternehmenszins zu bedienen. Dies betrifft einige Privatversicherer, die mit ihrem Zins unter 3 Prozent geblieben sind.

Fitch schätzt, dass die festverzinsliche Kapitalanlagen 80 Prozent der gesamten Kapitalanlagen der PKV ausmachen. Der überwiegende Teil dieser Wertpapiere ist nicht handelbar. Diese Illiquidität birgt nicht zu vernachlässigende Ausfallrisiken. Denn eine Verschlechterung der Bonität eines Schuldners kann zu bedeutenden unrealisierten Verlusten führen. Die größten Schuldner der PKV sind Landesbanken sowie deutsche Geschäfts- und Immobilienbanken. Der staatliche Rettungsschirm greift jedoch diesen Banken unter die Arme und schützt somit auch die PKV. Dies verdeutlicht aber auch die Abhängigkeit der PKV von einem funktionierenden Rettungsschirm.

Trotz negativem Fitch-Ausblick bietet den PKV ihren Kunden viele Vorteile, die es klar zu machen gilt:

-         neben den gängigen Pluspunkten wie bessere medizinische Versorgung,
          keine Wartezeiten usw.
sollten sie ihren Kunden klar machen, dass das
          „Klientel“ der PKV ein ganz anderes als das der GKV ist. PKV-Kunden sind
          einkommensstärker und legen in der Regel mehr Wert auf gesunde
          Lebensweise. Das kommt der PKV und ihren Kunden zu gute.

-         Aufkommende Zweifel, ob die PKV im Zuge der Finanzkrise in
          Mitleidenschaft geraten ist, können Sie zerstreuen, weil die PKV zu
          80 Prozent in festverzinsliche Wertpapiere
anlegt und dies sogar noch
          erfolgreicher als die konservativen Lebensversicherer       

-         Erklären Sie, dass bezüglich der Bonität der PKV kein Grund zur
          Sorge besteht
. Der Staat lässt die Banken und somit indirekt auch die PKV
          nicht hängen.

Leitet Herunterladen der Datei einHier können Sie den PKV Kommentar der Agentur Fitch Ratings downloaden.

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